Fischer in Tumlingen
: Bohr-Roboter holt Guinness-Weltrekord

Die Tumlinger Unternehmensgruppe Fischer mit Hauptsitz im Schwarzwald kommt auf einen Umsatz von 1,05 Milliarden Euro. Sie agiere unabhängig von geopolitischen Einflüssen.
Von
NC
Waldachtal-Tumlingen
Jetzt in der App anhören
Das Fischer-Kundencenter am Hauptsitz in Tumlingen.

Das Fischer-Kundencenter am Hauptsitz in Tumlingen, Ortsteil von Waldachtal im Kreis Freudenstadt.

Unternehmen
  • Fischer-Gruppe: 2025 Umsatz 1,05 Mrd. Euro trotz Verkauf der Automotive-Sparte.
  • Bereich Befestigungssysteme wuchs währungsbereinigt um drei Prozent.
  • Guinness-Rekord: Baubot bohrte in 24 Std. 3717 Löcher in Beton.
  • Neues Chemiewerk in Horb geplant; Fokus: Bauwerkssanierung, Brandschutz.
  • Auszeichnung „Green Brand“, neue Produkte wie Hybrid-Power; 129 Azubis.

Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.

Die Tumlinger Unternehmensgruppe hat das Geschäftsjahr 2025 auch in einem insgesamt schwierigen Marktumfeld mit einem Umsatz von 1,05 Milliarden Euro „erfolgreich abgeschlossen“, wie es in einer Pressemitteilung heißt – trotz des Verkaufs der Automotive-Sparte. Der Umsatz im Jahr 2024 lag noch bei 1,11 Milliarden Euro. Der größte Unternehmensbereich Befestigungssysteme wuchs demnach dennoch währungsbereinigt um drei Prozent.

Die breite internationale Aufstellung ermögliche es der Unternehmensgruppe, weitgehend unabhängig von negativen geopolitischen Einflüssen zu agieren. Weltweit beschäftigt Fischer nach eigenen Angaben 4800 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Zu den herausragenden Projekten zählten 2025 unter anderem die Befestigung der Fassade der Solitaire Mall in Riad sowie die Lieferung von Installationssystemen für das „Extremely Large Telescope“ der Europäischen Südsternwarte (ESO) in Chile – das weltweit größte Teleskop.

Guinness-Weltrekord mit Bohr-Roboter

Auch digitale Lösungen stießen laut der Mitteilung auf große Nachfrage: Baubot-Roboter von Fischer erstellten vollautomatisch Bohrlöcher, etwa beim Bau des Stadtquartiers Cartesius in Utrecht sowie im Engelbergtunnel in Leonberg bei Stuttgart. Zusätzlich holte sich das Unternehmen mit seinem Roboter den Guinness-Weltrekord: Im 24-Stunden-Dauereinsatz bohrte der Baubot in Beton 3717 Löcher in Wände, Böden und Decken.

Neue Produkte und Systeme

Darüber hinaus hätten sich die sensorintegrierten Befestigungsmittel bei zahlreichen Projekten bewährt, unter anderem in der Achterbahn „Blue Fire“ im Europa-Park. Insgesamt brachte Fischer laut der Mitteilung im Jahr 2025 zahlreiche neue Produkte und Systeme auf den Markt. Dazu zähle unter anderem der Hybrid-Power, der die Vorteile von Stahlankern und Kunststoffdübeln vereine. Zugleich habe das Unternehmen den Einsatz von Künstlicher Intelligenz, Robotik und Digitalisierung im Bauwesen konsequent weiterentwickelt.

Außerdem wurde Kombiniererin Nathalie Armbruster als Markenbotschafterin gewonnen. Fischer wurde auch zum zweiten Mal in Folge mit dem renommierten Gütesiegel „Green Brand“ ausgezeichnet. Das Siegel stehe für transparente und überprüfbare Nachhaltigkeitsleistungen und unterstreiche das ökologische Verantwortungsbewusstsein des Unternehmens.

Der Spielwarenbereich profitierte nach Unternehmensangaben von einer hohen Nachfrage nach technischen Bau- und Lernsystemen und konnte den nicht näher genannten Umsatz sowie die Marktposition ausbauen. Die Tumlinger wollen den Fokus stärker auf kreatives, nachhaltiges und technikorientiertes Spielen am Markt legen.

129 Auszubildende im Vorjahr

Laut der Mitteilung bietet Fischer 16 Ausbildungsberufe sowie 14 duale Studiengänge und die Zahl von 129 Azubis im vergangenen Jahr liege deutlich über dem Branchenschnitt. Nicht nur deshalb kann das Unternehmen positiv ins Jahr 2026 blicken: Am früheren Automotive-Standort in Horb investiert Fischer mit einem neuen Chemiewerk in weiteres Wachstum. Im Fokus stünden Sortimente für Bauwerkssanierung und Brandschutz. Kürzlich eröffnete Fischer zudem eine Landesgesellschaft in Saudi-Arabien (wir berichteten).

„Voraussichtlich wird auch in diesem Jahr das Wachstum von geopolitischen Rahmenbedingungen geprägt sein, die sich der unmittelbaren Einflussnahme der Industrie entziehen. Herausforderungen ergeben sich zudem in Deutschland weiterhin durch hohe Energiekosten und hohe bürokratische Hürden in der EU“, heißt es in der Mitteilung. „Die veränderte politische Lage hat bislang keine spürbar besseren Rahmenbedingungen für Familienunternehmen gebracht, da weder die Bundesregierung noch die EU die Sorgen der Unternehmen ausreichend aufnehmen und in wirksame Entlastungen übersetzen.“